Haag - Windpassing

Stadt Hauzenberg - Bayerischer Wald

 


 

 
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Wissenswertes aus der Haager Geschichte

 

 
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Aus Lesefunden westlich von Innerhartsberg wissen wir, dass in unserer Gegend schon vor 4000 Jahren Menschen sesshaft waren.

Aus der beginnenden Bronzezeit (3000-1800 v. Chr.) stammen Steinbeile, Pfeilspitzen, Keramikfragmente, Mahlsteine und ein sehr schöner Dolch aus der Feuerstein. Diese alltäglichen Gebrauchsgegenstände stammen von der sog. "Chamer Gruppe". Diese Menschen waren überwiegend Viehzüchter.

Ebenfalls wurde in der Kaindlmühle eine Graphittonscherbe aus der Latene-Zeit (500-100 v. Chr.) gefunden. Daraus lässt sich auf eine keltische Besiedlung der Kaindlmühle schließen.

Die ersten schriftlichen Zeugnisse von Haag und den Dörfern der alten Gemeine Windpassing findet man im ersten Band der Passauer Urbare aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Darin wird aufgezählt, wieviel "Zehnte" jedes Dorf an das Domkapitel abliefern musste.

Der Dorfname Haag komm von "hag" = Zaun, Umzäunung. Eine andere Deutung wäre aus der mittelalterlichen Rechtssprechung abzuleiten. Die Richtersprüche wurden früher gerne unter Linden abgehalten (Haager Linde). Die damaligen Richter hießen "Häger".

Von der gotischen Kapelle, die 1442 erbaut wurde, ist heute noch der Chorraum erhalten (jetzt als Taufkapelle genutzt). Die heutige Kirche, in die die Taufkapelle integriert ist, wurde 1925 eingeweiht. Der Erbauer der Pfarrkirche war Pfarrer Johann Moritz. Der Architekt war Prof. Michael Kurz aus Augsburg.

Um dem bischöflichen Ordinariat zu zeigen, dass man gewillt ist, eine eigenständige Pfarrei zu werden, baute man in Haag im Jahre 1879 schon einen Pfarrhof. 1900 wurde Haag eine Expositur und bekam mit Expositus Endl den ersten Geistlichen. Im gleichen Jahr errichtete man in Haag einen Friedhof. Im Jahre 1921 wurde Haag eine eigenständige Pfarrei.

Wer die gotische Kirche erbaut hat ist nicht mehr zu enträtseln. Am wahrscheinlichsten dürften es die Herren der Burg "Hochhaus" gewesen sein. Die Geschichte dieser Burg ist fast völlig ungeklärt. Möglicherweise saß hier in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts der Ritter Hanns Leutfahringer zum "Hohen Haus".

Der Burgstall lag 700 Meter nordwestlich von Haag auf einer Bergzunge. Die Burgherren beherrschten somit das Staffelbachtal. Die Burg war rundlich im Grundriss und von einem Ringgraben umgeben.

Die behauenen Steine der Burgruine wurden von der Bevölkerung für den Privathausbau verwendet. Die prächtige Dorflinde vor der Kirche in Haag soll von den Burgherren gepflanzt worden sein. Die Burg wurde während des 30-jährigen Krieges aufgegeben und dem Verfall überlassen.

Was von der Burg übrig blieb, sind die alte Haager Truhe, die heute im Passauer Oberhausmuseum zu besichtigen ist, ein Türschloss und ein Türschlüssel, die in der Burgruine gefunden wurden und heute in Privatbesitz sind.

Die Schulbildung begann in Haag erst mit der Einführung der Schulpflicht im Jahre 1807. Ab diesem Jahr gehörte Haag  zu Bayern, nachdem das Dorf bis 1803 zum Fürstbistum Passau und dann zum Erzherzogtum Salzburg gehört hatte.

Nachdem die Kinder in verschiedenen Winkelschulen unterrichtet wurden, gingen sie ab 1807 im heutigen Gasthof Anetseder in die Schule. Ab 1820 wurde im neu erbauten Gemeindehaus (heute Stemplinger, gegenüber Pfarrhof) Unterricht erteilt und ab 1841 zogen die Kinder in das neu erbaute Schulhaus.

Das Schulhaus war einstöckig, hatte ein Schulzimmer und eine Lehrerwohnung. Dazu gehörten noch eine Holzschupfe mit Schweinestall und ein Schulgarten mit Brunnen.

Das Schulgebäude wurde mehrmals umgebaut und erweitert und erfüllte seinen Dienst bis 1966. Dann zog man in das neu erbaute Schulhaus nördlich der Kirche. Dieses sehr modern errichtete Schulgebäude mit Turnhalle beherbergt heute noch vier Grundschulklassen.

Die Räume des alten Schulhauses dienen heute noch den örtlichen Vereinen als Übungsräume, Jugendräume oder als Heimstätte für Vereinsveranstaltungen.

In Haag gibt es seit über 100 Jahren zwei Wirtshäuser, wobei von 1959 bis 1994 ein drittes in der Siedlung bestand. Außerdem besteht seit etwa 150 Jahren eine Lebensmittelgeschäft, früher als Handlung bezeichnet.

Hoffentlich bleiben solche öffentlichen Einrichtungen, die der Versorgung der Menschen dienen, auch in der Zukunft erhalten.

 

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